Expected Goals (xG): Was die Statistik wirklich sagt
xG ist in der Fußballberichterstattung überall. Was es misst, warum ein 1:0-Sieg eine xG-Niederlage sein kann und welche Fehler beim Zitieren passieren.
Die Idee
Expected Goals (xG) gibt jedem Schuss einen Wert zwischen 0 und 1: die Wahrscheinlichkeit, dass ein solcher Schuss — von dieser Position, in dieser Situation — ein Tor wird. Ein Abstauber aus zwei Metern kann 0,7 xG haben, ein Versuch aus 30 Metern 0,02.
Was hineinfließt
Modelle werden mit Hunderttausenden historischen Schüssen trainiert. Die wichtigsten Faktoren sind Entfernung und Winkel zum Tor, danach der Körperteil, die Art der Vorlage und ob der Schuss aus dem Spiel, nach einem Standard oder aus einem Konter kam. Ein Elfmeter wird je nach Modell meist mit etwa 0,76–0,79 xG bewertet.
So liest du einen Spielwert
Addiere die Schüsse eines Teams und du hast seine xG für das Spiel. Gewinnt ein Team 1:0 mit 0,6 xG und lässt 2,3 xG zu, hat es gewonnen — aber die Chancen sprechen für Glück. In einem Spiel entscheiden Abschluss und Torhüter; über eine Saison ist xG ein starkes Signal für die tatsächliche Leistung.
Häufige Fehler
- xG als Ergebnis behandeln. Ein Team, das "nach xG gewinnt", hat das Spiel nicht gewonnen.
- Kleine Stichproben überbewerten. Ein Stürmer, der nach fünf Spielen 3 Tore über seinen xG liegt, hat vielleicht einfach einen Lauf.
- Modelle vergleichen. Verschiedene Datenanbieter liefern unterschiedliche Werte für denselben Schuss.
Richtig genutzt beantwortet xG eine Frage: Waren die Chancen gut oder schlecht? Das ist oft nützlicher als das Ergebnis.